Misshandelter Hund erholt sich im Tierheim Osterode

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17.04.2018

von Petra Bordfeld

Als im social-medium zu lesen war, dass der siebenjähriger Weimann-Labrador-Mix „Othello“ zu verschenken ist, gingen bei den Vorstandsfrauen des Tierschutzvereins Osterode und Umgebung alle Warnsignale hoch. Denn das Bild des Rüden sagte alles, außerdem war dessen Besitzer längst kein Unbekannter mehr.

Sofort informierten sie das Veterinäramt und machten sich auf den Weg zu „Othello“. Dort angekommen, erfuhren sie von einem Nachbarn, der nach eigener Aussage ebenfalls das Veterinärsamt und auch Polizei informiert hatte, dass der Hund im Keller gehalten und geschlagen worden wäre und kaum etwas zu fressen erhalten habe. Man habe „Othello“ immer wieder heulen gehört. Diese Aussagen reichten den Frauen aus, um Sturm zu klingen.

Der Besitzer öffnete, fragte überhaupt nichts nach, sondern drückte ihnen die Leine und Hundefutter in die Hand und forderte sie auf, mit dem Hund zu verschwinden. Vor ihnen kauerte ein von Angst geprägtes Lebewesen.
Doch, als wenn „Othello“ spürte, dass diese Menschen ihm bestimmt nichts Böses wollten, folgte er ihnen mit nicht mehr eingeklemmter Rute.

Zuerst einmal ging es zur Tierärztin, denn der gerade 17 kg wiegende Labrador war körperlich völlig verwahrlost. Mit bloßem Auge waren Hautpilz, vereiterte Ohren und entzündete Augen, offene Wunden am Rücken und am Kopf zu sehen. Viele Zeichen dafür, dass der Hund schwerstens misshandelt wurde.

Bei der tierärztlichen Untersuchung sollte sich herausstellen, dass „Othello“ unter anderem allergisch gegen Hausstaub, Weizen, Rind und Geflügel ist. Die Liste ist noch viel länger. Deswegen wird er bis zu seinem Lebensende Spezialfutter und Medizin brauchen. „Wenn diese Krankheit nicht durch seine seelischen Verletzungen entstanden sind“, so Regina Hellmann, die stellvertretende Vorsitzende.
Die erste Vorsitzende Dilek Yalcin hat mittlerweile die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Mittlerweile sind übrigens Oliver Rathmann, der ab dem Sommer der neue Tierheim-Hausmeister sein wird, und „Othello“ beste Freunde geworden, die nach Herzenslust herumtollen. Damit ist übrigens die Lebensfreude des Hundes wieder zurückgekehrt.
Damit das auch gesundheitlich so bleiben kann, bittet der Tierschutzverein Osterode um finanzielle Unterstützung. Denn allein das Futter und die Medikamente, die er wohl ein Leben lang bekommen muss, sind nicht in der Drogerie erhältlich. Wer also eine finanzielle Patenschaft mit übernehmen möchte, der sollte sich bestimmte Daten merken: Stichwort „Othello“ Sparkasse Osterode Iban:DE81263510150000017186 Bic: NOLADE21HZB  oder per PayPal an tierschutz_osterode@yahoo.de. Wer ihn auf diesem Weg weiter begleiten und ein neues Zuhause geben möchte, der melde sich bitte beim Tierschutzverein (Telefon: 05522- 502124).

Der Vorstand und auch Othellos großer zweibeiniger Freund „Olli“ sind sich in einem einig: wenn der Nachbar die Augen und Ohren verschlossen und nicht Polizei sowie Veterinärsamt informiert hätte, dann hätte „Othellos“ Ex-Besitzer ihn nicht im Social Medium für null Euro feil geboten. Dann wäre der Leidensweg des Hundes wohl noch nicht zu Ende. Außer, er wäre dem Martyrium erlegen. „Niemand sollte weg schauen, wenn er von Tiermisshandlungen etwas mitbekommt“, so Regina Hellmann.

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